Kleine Geschichte des Schmiedeeisens

 

Der folgende Artikel soll eine kleine Übersicht über die in den verschiedenen Stilepochen verwendeten Formen und Gestaltungselemente geschmiedeten Eisens darstellen. Anhand der beschriebenen Stilelemente und Bilder historischer Türen, Tore, Zäune etc. aus Eisen sollen die Unterschiede und Weiterentwicklungen gezeigt werden. Bereits die Art der verwendeten Stäbe kann bei einer Einordnung des Eisengitters in eine bestimmte Zeit helfen. So wurden in der Frühgotik gerne Flachstäbe, in der Spätgotik und Renaissance mehr Rundstäbe und im Barock Vierkantstäbe verwendet [Vgl Höver, 1927].

 

Vor allem Kirchen, Schlösser und später Adels und Bürgerhäuser wurden über die Jahre bewahrt und erhalten. Somit legen besonders diese Gebäude Zeugnis über die Architektur und das Kunsthandwerk der jeweiligen Zeit ab. Als Quelle der Inspiration für die Ausgestaltung der Ornamente dienten die zuerst handschriftlich und später mit Hilfe des Buchdrucks erstellten Ornamentstiche.

 

Schmiedeisen in der Romanik (in Deutschland ca. 11. bis 13. Jahrhundert)

 

Noch aus der Romanik sind mit Schmiedeeisen verzierte Tore erhalten geblieben, so beispielsweise das romanische Tor der Basilika in Seckau, das mit schmiedeeisernen Beschlägen versehene Tor aus St. Georg (Pürgg) oder das Haupttor der Elisabethkirche in Marburg.

 

 

Vorherrschende Stilelemente sind in Flacheisen ausgearbeitete Ranken und Spiralen. Die Enden sind oft zu Lanzenspitzen oder Blättern ausgeformt. Die Verbindung sind häufig genietet oder durch feuerschweißen hergestellt. Als formgebendes Werkzeug fand ausschließlich der Hammer Verwendung [Vgl Brüning, 1922].

 

Schmiedeeisen in der Gotik (in Deutschland ca. Mitte 13. bis Anfang 16. Jahrhundert)

 

Die Gotik fand in Deutschland großen Anklang und hielt deutlich länger an, als in den europäischen Nachbarländern. Kennzeichnend für eine Weiterentwicklung des Kunstschmiedehandwerks in der Gotik war der Einsatz von neuen Techniken, namentlich das Gesenkschmieden und das Schneiden aus Eisenblech [Vgl Brüning, 1922].

 

Einen Höhepunkt der Schmiedekunst in der Romanik am Übergang zur Gotik stellen die schmiedeeisernen Beschläge des Portals von Notre Dame in Paris aus dem 13. Jahrhundert dar:

 

Portal Notre Dame in Paris (by Myrabella Wikimedia Commons CC-BY-SA-3.0 & GFDL)

Anhand des Detailreichtums und der Regelmäßigkeit der Blätter und Rosetten liegt die Verwendung von Gesenken zur Herstellung nahe. Beim Gesenkschmieden wird das heiße, elastische Eisen in eine Form gehämmert. Diese Technik war in Mitteleuropa im 13. Jhd bekannt geworden. Zeittypische Ornamente waren Blätter, Ranken, Trauben, Rosetten, Efeu und Eichenlaub. Erstmals tritt die auch heute noch besonders als Zierspitze von Zaunstäben beliebte Lilie in Erscheinung.

 

Fenstergitter Ronneburg

Als besonders typisch für die frühe Gotik sind Fenstergitter oder Chorgitter von sich durchstoßenden Stäben. Allgemein sind die Gitter in der Gotik sehr flächendeckend gefüllt, mit Wiederholungen von S, -, +, pder C Ornamenten. Gelegentlich sind diese mit Kreuzblumen oder gotischen Sprizbögen geschmückt [Vgl. Brüning 1922 und Höver 1927]. Insgesamt aber wirken die gotischen Gitter eher kantig und nüchtern.

Gittertor in der Seitenkapelle der St. Ulrichskirche zu Augsburg ca. 1471 [Brüning, 1922, S.20]

Quellenangaben

 

Die Schmiedekunst bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, Adolf Brüning, Leipzig, 1922

 

Das Eisenwerk, Otto Höver, Berlin, 1927

 

Schmiedeeisen, J. Julier, Herrsching, 1980

 

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