Die Geschichte der bürgerlichen Wohnung von der Renaissance bis zum Art Deco

 

Allgemeingültige Gestaltungsgrundsätze der Epochen

 

Über alle behandelten Stilepochen gleichermassen gültig ist der Grundsatz, daß der Adel stets der Vorreiter in der Mode war. Während im Bürgerhaus neue Elemente wenn, dann nur Stück für Stück einzogen, gestaltete der Hochadel ganze Paläste nach der neuen Mode um. So war in den Bürgerhäusern häufig ein Zusammmenleben ältere und neuerer Stile ganz natürlich. Schöne Möbel und Einrichtungsgegenstände wurden über Generationen genutzt.

Je reicher der Haushalt, desto reichhaltiger und figürlicher auch der Schmuck.

 

 

Die bürgerliche Wohnung während der Renaissance

 

Während im Mittelalter die günstige Lage im Hinblick auf Wehrbarkeit den entscheidenden Ausschlag für einen Neubau gab, wurde während der Renaissance versucht, das Gebäude als Ganzes zu sehen und die einzelnen Räume und Gestaltungselemente einem ganzheitlichen Konzept zu unterziehen. Anstelle der an den Untergrund und die Effektivität im Gefecht angepasste Architektur mit Türmen und Mauern wurde die Symmetrie zum beherrschenden Element. Im Gegensatz zum Mittelalter war es nun möglich, so große Glasscheiben herzustellen, daß eine komplette Fensterverglasung möglich wurde. Die dunkle, mittelalterliche Stube ließ nun Licht herein.

 

Dominante Materialien im Innenraum waren regional unterschiedlich, im Süden wurde mehr mit Stein, im Norden mehr mit Holz gearbeitet, hauptsächlich Eiche und Nussbaum. Dies liegt in der Nähe der natürlichen Vorkommnisse an Baumaterial begründet. Die Gestaltung mit Wandmalereien und Bildnissen reduzierte sich mit der Frequenz des Publikumsverkehrs. Dies galt sowohl für den Öffentlichkeitscharakter des gesamten Gebäudes, als auch des einzelnen Raumes. Während das Empfangszimmer reich geschmückt war, hatte man es im Schlafgemach lieber etwas subtiler, dafür nicht weniger schön. Während die Repräsentationsräume auffällig geschmückt waren, zeichneten die privaten Gemächer sich durch erlesene Teppiche, reichhaltig geschmückte Fenster und fein gearbeitete Holzmöbel aus.

 

Im 15. und 16. Jhd verbreiteten sich die gemalten Bilder, die nach und nach den opulenten Wandschmuck verdrängten. Beides in Kombination ist nicht möglich, ein Bild auf einem Gobelin oder einer Wandvertäfelung oder auf dem schmalen Streifen darüber aufzuhängen wird beiden Elementen nicht gerecht.

 

Wandschmuck aus Esche, Eiche, Nußbaum - Ende 16. Jhd

  

 

Durch bei Ausgrabungen entdeckte antike Vorbilder setzte sich auch der Stuck an Decken durch. Zuerst farbig, dann farblos weiss, sich auf das Zusammenspiel von Licht und Schatten reduzierend. Anstelle des echten Stuck setzten kostenbewusste Bauherren auch gerne rein gemalte Ornamente, die durch geschickte Schattierungen fast plastisch wirkten. Es dauerte jedoch einige Zeit bis diese Maßnahme salonfähig wurde.

 

Im Wohnhaus war der textile Schmuck in Form von Gobelins, Decken, Vorhängen und Tüchern der verbreitetste. Beliebt ware Stoffe aus den oberitalienischen Städten und aus dem Orient. Durch den weltweiten Handel waren orientalische Stücke durchaus verbreitet. , die aber handwerklich nicht an die Leistungen des Orient herankamen. So waren orientalische Kostbarkeiten stofflicher Art durchaus verbreitet.

 

Die Fenster waren im Norden Europas mehr denn im Süden mit feingliederiger, figürlicher Glasmalerei geschmückt. Mit dem zunehmenden Wunsch nach größeren Fensterflächen und mehr Licht verschwand diese Kunstform im 17 Jh wieder.

 

Eingang im Hans-Christiansen-Haus - Bild: Hajotthu

 

Zur Gestaltung der Fenster mit Stoffen schreibt von Falke folgendes:

 

„… man schnitt die Vorhänge nicht schneidermässig in künstliche Figuren, welche einen Stoff, der zu reicher Wirkung bestimmt ist, zur Armseligkeit verdammen, noch behing man sie mit Quasten, Schnüren und anderer meist überflüssiger Posamentierarbeit. Meist an Stangen mit Ringen befestigt, voll und ganz bis auf den Boden herabhängend, ausgebreitet oder zusammengezogen, liess man ihren Falten freien Lauf und liess sie mit ihrer ganzen farbigen und stofflichen Masse wirken, nicht mit gekünstelten, unnatürlichen Linien, die das grelle Licht des Fensters hart überschneiden."

 

 

Jan Vermeer - Mädchen am offenen Fenster

 

Diese relative Schlichtheit in der Gestaltung von Vorhängen sollte sich im Barock wieder ändern. 

 

 

Quellen:

Die Kunst im Hause, Jakob von Falke, Wien, 1882

Zehn Zimmer, Sophie Hellgardt, Köln, 2011

Funktioneller dekorativer Sonnenschutz -Gestern und Heute-, Melk-Haen/Wulf

Deutsch Stilfibel, Grote-Pruggmayer, Leipzig, 1963

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